2 Tage Trekking im Colca Canyon

Erstmal ein paar Infos zum Colca-Canyon, welcher in der Nähe von Arequipa im Süden Perus liegt. Der Colca Canyon ist mit über 1000m der 2. tiefste Canyon der Welt. Es gibt viele Dörfer die nur über schmale Wanderpfade zu erreichen sind und bis zu 8 Stunden Fußmarsch vom nächsten Ort mit Strassenanbindung entfernt sind. So jetzt aber genug an Informationen…

…Es ging also Samstagmorgens um 03:00 Uhr los, ein Bus kam uns am Hostel abholen. Da allerdings Peru am Abend zuvor um die Fußball Weltmeisterschaftsqualifikation spielte und sich ganz Arequipa in eine Partymeile verwandelte, hatte ich eigentlich nicht vor schlafen zu gehen. 1 Stunde Schlaf ist dann kontraproduktiver als gar nicht bzw. erst im Bus zu schlafen. Es kam wie es kommen musste und ich schlief so gegen 02:20 Uhr ein. Ich wachte ganz panisch und erschrocken um 03:15 auf, als der nette Mann von der Rezeption schon an mir rüttelte und laut meinen Namen rief um mich wach zukriegen – der Bus hat glücklicherweise gewartet!

Ich, patriotisch mit Chile Flagge beim Peru Spiel gegen Neuseeland! 😀

So ging es dann gegen 03:20 Uhr endlich los, von der knapp 3,5 Stunden Fahrt inklusive Überquerung eines 5000 Meter Passes bekam ich natürlich nichts mit, ich musste ja noch Schlaf nachholen! Gegen 06:30 Uhr gab es dann Frühstück in einem kleinen Local-Restaurant…wo? Keine Ahnung…da ich bekannter weise so früh eh nichts essen kann, war es nur ein ungemütliches wach werden. Hier kam ich dann auch zum ersten Mal in den Genuss die Vorteile meines chilenischen Passes nutzen zu können: nur 40 statt 70 Soles Eintritt für den Nationalpark! Danach also wieder rein in den Bus und noch eine Stunde Schlaf nachholen!

Um kurz nach 08:00 Uhr dann der 1. richtige halt am Mirrador del Cóndor. Wir hatten gut 45 Minuten Zeit um hoffentlich einen Blick auf den Andenkondor (bis 3,5m Flügelspannweite!) zu erhaschen. Wir waren zwar nicht die ersten am Aussichtspunkt, könnten aber trotzdem ganz gute Plätze ergattern um dann dort zu warten…und genau hier machte ich dann auch das erste Mal Bekanntschaft mit 4 anderen Deutschen aus meiner Gruppe mit denen ich noch viel zu tun haben würde an diesem Wochenende. Nach ein bisschen nettem smalltalk gingen dann dann die ersten Finger Richtung Schlucht und die Kameras wurden gezückt. Der erste Cóndor hatte sich gezeigt. Als erstes sah man den Schatten des riesigen Tieres auf dem Boden bevor es sich dann ganz zeigte. Ein unglaublicher Anblick. Majestätisch und elegant wie dieser Riesenvogel durch die Schlucht gleitet. Nach ein paar Minuten Kontrolle Flug kamen dann kleinere braune zum Vorschein, Jungtiere wie wir später erfahren haben. Später kamen noch ein paar weitere zum Vorschein, so dass wir 6-7 dieser tollen Tiere sehen konnten, eine Seltenheit wie unsere Guide-Frau Veronica uns versicherte.

Um 08:45 Uhr ganz stolz wieder zurück in den Bus, wir wollten ja schließlich vor der Mittagssonne schon ein paar km hinter uns bringen. Da ich morgens so in Hektik war, und keine Zeit mehr hatte einen kleinen Rucksack für den Trip zu packen war ich also mit meinem großen Rucksack unterwegs. Also nahm ich am Ausgangspunkt dann dankend das Angebot des Busfahrers an, meinen Rucksack mit dem Bus zum Hostel zu bringen, ein Missverständnis wie sich später herausfand. Um 09:30 ging es dann nach kurzer Einweisung also los. Wir waren eine 8ter Gruppe + Guide. Die 4 Deutschen, 3 Holländerinnen und ich. Es stellte sich schnell heraus, dass wir Deutschen den vorderen Teil der Truppe bildeten, hinzu kam noch, dass eine der Holländerinnen frühzeitig schon Blasen an den Füßen bekam..

Nach 7km Strecke, 1200 Höhenmetern abwärts (3200 auf 2000) und knapp 4 Stunden später gab es Mittagessen in einem kleinen Dorf der nur diesen einen Wanderweg als Anbindung hat. Wir fünf Halbdeutsche (alle mit 2 Nationalitäten) verstanden uns auf Anhieb super gut, Baran, Fernando, Ria und Maja waren sehr offen und nett und so bekam ich sogar noch ein Mittagessen von den Mädels ab, da ihnen das Zuviel und mir zu wenig war! Nach dem Mittagessen ging es dann weiter, nochmal 7 km diesmal aber bergauf und bergab, links von uns immer der Fluss am Fuße des Canyons. Mal zwischen Kakteen, Avocadobäumen oder einfach nur Geröll. Der Pfad schlängelte sich durch die Bergwelt vorbei an kleinen Privatgrundstücken, Eseln und teilweise dichten Wald. Veronica, unser Guide, wurde zunehmend genervter. Die Holländerinnen mussten erstens zu viele Pausen machen, vor allem da diese hauptsächlich zu Hände desinfizieren genutzt wurden. Und das alle 20 Minuten auf einem Hike durch die Berge ist dann doch fehl am Platz. Auch die Blasen des einem Mädels wurden immer schlimmer, aber wir wollten doch noch in den Pool?! Schafften wir glücklicherweise auch und so wurden wir mit einem Bad im Pool und 2 leckeren Bieren belohnt. Hier merkte ich dann leider, dass ich das Angebot des Fahrers missverstanden habe. Der Rucksack wurde zu unserem Frühstücks Ort gebracht…3 Stunden und 1200 Höhenmeter entfernt… na toll also hatte ich genau 1 kurze Hose, ein Tshirt und einen Pulli. Keine Badesachen, kein Handtuch, keine Wechselsocken. Also in Unterhose in den Pool, mit dem tshirt abtrocknen und hoffen, dass alle Sachen bis morgens wieder trocken sind. Wir, alle hungrig nach dem doch anstrengenden Tag, mit Vorfreude auf das Abendessen. Leider war das Abendessen wohl ein schlechter Scherz. Es gab eine Kinderportion süßer Spagetti, wer mehr möchte muss draufzahlen… Wie soll denn da bitte auch nur einer nach so einem Tag satt werden?

Sonntag morgen, 04:30 aufstehen. Diesmal pünktlich. Tshirt und Unterhose sind trocken. Zum Glück! Glücklicherweise wurde es schnell hell, denn auch meine Stirnlampe war ja im Rucksack! Also ging es aufwärts, 7km, 1200 Höhenmeter, 2 Stunden, eine gute Zeit! Auf dieser Strecke mussten dann auch wir fünf ein paar mal mehr rasten. Ohne richtiges Abendessen und noch ohne Frühstück viel es schwer, nicht nur ans Essen zu denken! Stolz wie Oskar also oben angekommen mussten wir noch auf die letzte Holländerin warten. Sie hatte einen Esel genommen, da es mit dem Fuß nicht weiterging. Noch eine halbe Stunde entspanntes laufen, dann gab’s Frühstück, und den Rucksack!! Sehr gutes Frühstück, diesmal auch ausreichend für alle. Mit Rucksack ging es hier dann gegen 09:40 Uhr mit dem Bus weiter. Unglaublich was ich zu dieser frühen Stunde schon alles geschafft hatte…

Der erste halt auf unserem Weg zurück nach Arequipa war ein Aussichtspunkt auf die Terrassen Bauweise der Peruaner.ein sehr geschicktes System! Hier konnten wir dann auch den Saft einer Frucht probieren, die wie eine Mischung aus Zitrone und Kiwi schmeckte – super erfrischend. Nach dem kurzen halt ging es weiter zu den Aguas Calientes, 5 Thermalbecken mit heißem Wasser zur Entspannung der Muskeln. Dann der Schock, der Busfahrer baut einen Unfall. Zu scharf um die Kurve auf einem Abwärtsgehenden Weg, der Bus kommt nicht raus. Schräg vor uns geht es 50 Meter runter bis zum Fluss. Die ersten Mädels weiter vorne im Bus kreischen und wollen raus. Erst nach gutem zureden von Veronica lässt uns der Busfahrer erst raus und versucht dann den Bus zu retten. Der Busfahrer schafft es tatsächlich ohne größere Schäden da wieder heil raus zu kommen.

Nur leider waren unsere Rucksäcke unten im Bus und an die kamen wir deswegen nicht mehr dran, also mussten Baran und ich wieder in Boxershort baden gehen. Naja was solls, kennen wir ja schon. Nach einem sehr angenehmen Bad im heißen Wasser und im kalten Fluss ging es vollkommen entspannt zurück zum Bus. Jetzt konnten wir auch an die Rucksäcke um Wechselsachen rauszuholen. In dem Moment fing es dann auch an zu regnen, das erstmal regen seit über 6 Wochen für mich. Als Aachener ganz ungewohnt! Von den Thermen ging es dann zum Abschlussessen, ein leckeres Buffet im selben Restaurant in dem wir am Tag zuvor bereits gefrühstückt haben!

Zuerst dachten wir noch, was für ein Scheiß, dass es anfängt zu regnen. Doch wie sich dann herausstellte war der Regen unserer Glück! Denn beim passieren des 5000 Meter Passes waren wir auf einmal mitten im Schneegestöber. Alles weiß. Also raus aus dem Bus, ab in den Schnee. Ein tolles Erlebnis!

Unser letzter Halt vor Arequipa war dann noch eine Herde Lamas und Alpacas eine schöne Aussicht!

Einige Zeit und viele nette Gespräche später musste ich mich dann leider von meinen 4 Weggefährten verabschieden, diese mussten nämlich noch den Flug nach Lima kriegen. Hier möchte ich mich auch noch mal bei euch Vier für alles bedanken! Also musste ich die letzte halbe Stunde alleine im Bus verbringen.

Im Hostel angekommen ging es nur noch ins Bett zum ausruhen! Insgesamt eine super Tour, nette Leute getroffen und viel Spaß gehabt. Was will man denn mehr?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: