Tagestour in den Lauca-NP

In der Nähe von Arica, ganz im Norden von Chile liegt der Lauca-Nationalpark. Nahe der bolivianischen Grenze liegt auf einer Höhe von 4.500 Metern über dem Meeresspiegel der Lago Chungará, einer der höchstgelegenen Seen der Welt. Umringt von mehreren 6.000+ Meter Vulkanen gibt das eine einmalige Landschaft.

Von Arica aus habe ich eine Tages-Tour gebucht, die morgens um 7:00 Uhr an meinem Hostel losging. Das erste Mal früh aufstehen seit dem ich in Chile bin. Es ging also los, wir müssten noch ein paar andere Hostels anfahren, bis wir uns dann Richtung bolivianische Grenze aufmachten. Unser erster Stop war das Valle de la Lluta, einem grünen Tal mitten in der Wüste, welches in den Sanddünen Inka-Zeichen beherbergte. Über diese Inka Figuren gibt es viele Theorien, das meiste darüber habe ich wieder vergessen, es war ja noch sehr früh am Morgen!

Nur ein kurzer Stopp, dann ging es auch schon weiter. Nächstes Ziel: der Kandelaber-Kaktus. Das besondere an diesem Kaktus ist zweifelsfrei, dass er nur im Lauca Nationalpark zu finden ist. Auf dem Weg von Arica (0 m. ü. M.) bis auf die 4.500m geht es 3 Stunden quasi nur bergauf. Und so verliert man schnell jedes Gefühl für Steigung. Das machte uns unserer Busfahrer und Guide dann auch deutlich. Auf einem vor uns liegenden Streckenteil, bei dem sich der ganze Bus sicher war es geht abwärts, stoppte er den Bus. Der Bus rollte unglaublich schnell rückwärts bergauf, bzw. ja eigentlich bergauf. Die Sinne spielen verrückt.

Dann gibt es auf Anweisung des Fahrers die ersten Koka Blätter und den ersten Koka Tee. Wir befinden uns auf knapp 3.000 Metern Höhe und wir sollen der Höhenkrankheit vorbeugen. War der Koka Geschmack zu Beginn noch sehr gewöhnungsbedürftig, so habe ich mich mittlerweile dran gewöhnt und finde ihn sogar relativ lecker! Nach dem „medizinischen“ Zwischenstopp gehts also weiter aufwärts Richtung 4.500 Meter…und so langsam beginnen Kopfschmerzen und Müdigkeit. Ich schiebe das noch auf Wassermangel und trinke weiter fleißig Wasser. Als dann auch Magenleiden dazu kommt und ich merke, dass es allen im Bus so geht, wird mir klar, dass es eine leichte Form der Höhenkrankheit ist. Ich bin also das erste Mal Höhenkrank. Ein unangenehmes Gefühl, da man außer abwarten nichts tun kann! Unser leiden wird dann aber kurze Zeit später belohnt. Wir sind endlich am Lago Chungará angekommen und dürfen einen unglaubliche Ausblick genießen.

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Wir haben knapp 30 Minuten da oben verbracht. Dann ging es glücklicherweise schon wieder runter…mit jedem Meter wurde es wieder besser und das Dröhnen im Kopf hörte langsam auf. Und so konnte man den kleinen Ort Putre auf 3600 Metern fast schon genießen. Putre ist ein kleiner verschlafener und total abgeschotteter Ort, mitten in den Bergen. Von Putre aus saß ich dann neben einem Ehepaar aus dem Süden von Chile. Mit den beiden habe ich mich super gut verstanden, so dass ich noch eine Einladung auf ein Eis und später dann noch eine Einladung zu Ihnen nach Hause bekommen habe. Das besondere an den beiden war, dass auch sie deutsche und chilenische Vorfahren haben. So hatten wir auch gleich einige Gesprächsthemen und wir konnten uns super unterhalten. Im verlaufe des Abends bekam ich dann noch eine 3. Einladung von den beiden. Ich durfte mit ihnen am nächsten Tag mit bis nach Tacna über die Grenze nach Peru fahren und so haben sie mir die Kosten für Taxi und Grenzübergang erspart!

Am Abend im Hostel angekommenen ging es mir dann so weit auch wieder ziemlich gut, aber trotzdem war ich körperlich ziemlich platt und so bin ich nur noch ins Bett um für die Überfahrt nach Peru wieder fit zu sein. Das Erlebnis das erste Mal höhenkrank zu sein werde ich so schnell nicht vergessen. Und so heißt es ab jetzt immer mindestens einen Tag zur Akklimatisierung einplanen!

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